programm

Nach dem gemeinsamen Start am Freitag wird es am Samstag und Sonntag jeweils drei parallel stattfindende Veranstaltungen geben. Einige davon werden auf englisch gehalten (E). Falls du dich dabei nicht so sicher fühlst, sprich uns gerne an, wir finden bestimmt jemand für eine „Murmelübersetzung“!

Hier gibt es eine Programm-Übersicht…

…auf deutsch:

…und auf englisch:


Kurzbeschreibungen der Veranstaltungen

Freitag

14:00 | Einführung

16:00 | „Ich, Wir und die Anderen“

Am Anfang steht das Kennenlernen – und da sind wir gleich schon mittendrin im Thema! Im Workshop geht es darum, wie wir uns selbst
wahrnehmen und verstehen, wie andere uns sehen, wo wir uns zugehörig fühlen und wie das alles zusammenhängt oder auch miteinander in Konflikt gerät. Er basiert auf einem Workshop-Konzept, dass im Rahmen eines Forschungsseminars zu Friedensbildung in Marburg entwickelt wurde und ist durch „Action Learning“, „Anti-Bias“ und „Social Justice and Diversity“ inspiriert worden. Herzliche Einladung hier gemeinsam dieEntdeckungsreise zu beginnen!

Daniel*a Pastoors
…interessiert sich für Konflikttransformation und prozessbegleitende
Friedensarbeit, Beratung, Friedensbildung und Transdifferenz…
…entdeckt gern Gefühle und Bedürfnisse mit der Gewaltfreien
Kommunikation und dem Theater der Unterdrückten…
…arbeitet, lehrt und forscht am Institut für Erziehungswissenschaft in
Marburg…
…hat Friedens- und Konfliktforschung, Kultur- und Sozialanthropologie und Politikwissenschaft studiert und eine Ausbildung in Friedens- und Konfliktarbeit gemacht…

20:00 | Film und Diskussion

Gängsterläufer

Er nennt sich „Boss von der Sonnenallee“: Yehya E. aus Berlin-Neukölln. Schon im Alter von 17 Jahren wird er zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Dokumentarfilm „Gangsterläufer“ zeigt den jungen Intensivtäter vor und während dieser Zeit. Dabei entsteht ein intensives Porträt von Yehya und seiner Familie.

Quelle und mehr Infos: bpb.de

Nach dem Film wird es ein Filmgespräch geben – Thema und Gäste werden noch bekannt gegeben!

Die Vorführung findet in Kooperation mit der Kinoreihe der FuK-Fachschaft im Kino Capitol statt und kostet 3 Euro Eintritt.


Samstag

09:00 | Raum für gemeinsames Frühstück

Ihr bringt was mit, wir bringen was mit, dann ist genug für alle da. 🙂

10:00 | Macht und Ohnmacht: Eine biographische Reise

Macht und Ohnmacht sind in Diskursen um gesellschaftliches Zusammenleben zentrale, aber selten als solche thematisierte Begriffe. Doch nicht nur in gesellschaftlichen Kontexten, sondern auch für uns selbst, verlieren wir oft die Wirkung von Macht und Ohnmacht aus dem Blickfeld.
Wir möchten in unserem Workshop in eine Entdeckungsreise in die Geschichte des eigenen Werdens einladen. Welche Assoziationen und Gefühle verbindest du mit Macht und Ohnmacht, wo lassen sich in deiner Biografie prägende Ereignisse dessen verorten und was bedeutet Macht und Ohnmacht für jede*n von uns?

Max. 14 Teilnehmende!

Elisabeth Ortloff: Momentan wohne ich in Weimar und arbeite an der Gründung eines Wohn- und Quartiersprojektes über das Mietshäusersyndikats mit. Dabei und auch über das Projekt hinweg beschäftige ich mich am liebsten mit Konflikten. Ich habe studiert und dabei gelernt, dass mich Universität ohnmächtig macht. Jetzt freue ich mich trotz oder wegen meiner Katzenallergie mit Niklas zusammenzuarbeiten.
(Kultur- und Bildungswissenschaftlerin B. A., Konflikttrainerin für transkulturelles Lernen i. A.)

Niklas Wuchenauer: Ich halte mich für eine Katze. Werde damit aber nicht ernst genommen. Habe studiert, Vogelhäuser, Traumschlösser und Hundehütten zu planen. Arbeite gerade aber lieber mit Menschen. Momentan wohne ich in Wien, aber reise für dieses oder jenes Projekt fleißig mit Bus und Zug durch die Gegend.
(Architektur B. Sc., Betzavta-Trainer i. A.)

10:30 | Der Identitätswahn der Identitären Bewegung

Gekränkte Identitäten, trotzige Selbstviktimisierungen – Der Identitätswahn der ‚Identitären Bewegung‘

100% Identität – 0% Rassismus‘ lautet ein Slogan der Identitären. Nicht Rasse, Blut und Boden wollen sie verteidigen, sondern die ‚eigene Identität‘ – Labelkosmetik für den großen Auftritt. In dieser Neuinszenierung der ewig gestrigen Geschichte einer Invasion des Fremden, versuchen sie sich als ‚Opfer‘ eines imaginierten Rassismus gegen ‚Weiße‘ in Szene zu setzen. Diese Selbstviktimisierung lässt tief blicken, vor allem in die gezinkten Karten des identitären Selbstwertgefühls: Identität wird dabei zur Zauberformel eines magischen Schutzschirmes, an dem alle Kritik abprallt: ‚Wir sind keine Nazis/Nationalisten, sondern brave/patriotische Deutsche! Das ist nun mal unsere Identität und ganz natürlich!‘ Die Funktionsweisen dieser Identitäts-Ideologie sollen erklärt und zugleich aufgezeigt werden, warum es sich dabei, wie bei so vielen Ideologien zwar keineswegs um einen krankhaften Wahn handelt, jedoch sehr wohl um einen gekränkten.

Christian Ernst Weißgerber: Ich war in meiner Jugend als Neo-Nazi, vor allem bei den Autonomen Nationalisten, organisiert. Ich bin vor etwa sieben Jahren ausgestiegen, habe Philosophie und Kulturwissenschaft studiert und bin seit einigen Jahren als Bildungsreferent in Schulen, Unis und bei Vortragsabenden unterwegs, um über rassistische, sexistische und nationalistische Ressentiments aufzuklären und zu diskutieren.

10:30 | Islam und ich

Mein Workshop wird sich um mich, arabische Frauen und Islam drehen. Ich werde mich zunächst vorstellen und den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, mich als junge muslimische Frau kennenzulernen. Anschließend will ich die Teilnehmenden einladen, mit mir über meine Überzeugungen zu diskutieren. Wichtige Themen des Workshops werden meine Religion, der Hijab (Kopftuch), Familienleben, Freizeit und Frauenrechte sein.

Mein Name ist Moaazzaza. Ich bin 20 Jahre alt und gehe noch zur Schule. Ich komme aus Syrien und bin für 2 Jahre hier. Ich gebe diesen Workshop, weil ich gern möchte, dass Menschen meine Religion verstehen und meine Kopfbedeckung respektieren.

15:30 | Talking about the Revolution

Einführung und Gespräch zum Syrischen Frühling mit Mustafa, Bhzad und Sophie im Rahmen des Projekts ‚Talking about the Revolution‘ von Adopt a Revolution

Syrer*innen sind spätestens seit dem Summer of Migration 2015 Teil der deutschen Gesellschaft. Doch was wird in Deutschland thematisiert, wenn über Syrien gesprochen wird? Und wer spricht? Wo ist unser Narrativ in einer Debatte, die sich oft in geopolitischen Analysen verliert?

Wir sind mehr als ‚Geflüchtete‘! Wir sind politisch Verfolgte eines Regimes, gegen das wir gekämpft haben. Und wir haben bis heute politische Forderungen. Wir möchten euch von den Anfängen und Zielen der Revolution erzählen. Was haben wir erlebt und wofür haben wir gekämpft? Welche Identitäten dominierten in der syrischen Gesellschaft vor und während der Revolution und wie wirkte sich das auf ihren Verlauf aus? Was lernen wir aus den Geschehnissen, was überdauert bis heute?

15:30 | The Race of Our Idenitities (E)

Wir alle wurden schon einmal aufgefordert, auf einem Formular Angaben zu unsrer „Rasse“ zu machen. Aber woher kommt die Idee von „Rasse“ eigentlich? Inwiefern trägt sie dazu bei, unsere Identitäten herauszubilden? Und wie wirkt sie auf unsere Beziehung zu Menschen, die einer anderen „Rasse“ als unserer eigenen angehören, ein? Durch interaktive Präsentationen und Übungen will der Workshop die Teilnehmenden dazu ermutigen, sich selbstkritisch mit der Frage, wie Repräsentation von „Rasse“ in Medien und Wissenschaft ihre Wahrnehmung beeinflussen, auseinanderzusetzen und sie herausfordern, einen Blick hinter die Fassade zu werfen.

Heather Ventresco:
Nach über einem Jahrzehnt Bildungsarbeit bin auf NGO-Arbeit umgestiegen und habe dort meine Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit durch öffentliche Politik entdeckt. Ich habe entschieden, mich weiterzubilden und studiere nun Internationale Beziehungen mit einem Fokus auf Völkerrecht. Ich bin ursprünglich aus den USA und lebe mit meinem Ehemann in Kranenburg.

15:30 | Forschungsidentität_en

Ich spreche mit Menschen.
Wer bin ich dabei?
Ich werte das aus?
Wer bin ich dabei?
Ich schreibe über die Menschen.
Wer bin ich dabei?
Das heißt: Ich forsche über die Menschen.
Wer bin ich dabei?
Und wie bin ich?
Bin ich dann anders als sonst?
Ich forsche über die Menschen.
Wer sind sie?
Und wie sind sie?
Das fragen wir uns.
Dann fragen wir uns gemeinsam:
Was macht das mit uns?
Was macht das mit den Menschen?
Was macht das mit der Auswertung?
Wie gehen wir damit um?
Können wir etwas besser machen?
Wir können zum Beispiel alle gemeinsam miteinander tun, sprechen,
bewerten und aufschreiben.
Das heißt aktivistisch-partizipativ.
Wir freuen uns auf Euch!

Oder

Habe ich als Forschende*r eine besondere Rolle? Habe ich als
Forschende*r eine besondere Identität? Unterscheidet sich diese
Identität von meiner alltäglichen Identität? Welche Identität hat dann
die*der Beforschte oder Mitforschende? Diese Fragen stellen wir an den
Anfang. Dann fragen wir uns gemeinsam: Was machen diese Identitäten mit
uns? Was machen diese Identitäten mit Forschung? Wie können wir damit
umgehen? Gibt es geeignete Forschungsmethoden, um Forschungsidentitäten
mitzudenken oder zu hinterfragen? Ein Vorschlag von uns ist der
aktivistisch-partizipative Ansatz. Wir freuen uns, mit Euch in unserer
Arbeitsgruppe darüber zu reden!

Miriam: Eine weiße Frau, Mutter, Freundin verschiedenster Menschen und
emanzipatorischer, solidarischer Projekte, Tochter, Uni-Absolventin
(Friedens- und Konfliktforschung), in einer gewöhnlichen Kleinstadt in
Schleswig-Holstein und bis zum Gymnasium in einem „weniger akademischen
Kontext“ aufgewachsen, heute in Hamburg-Wilhelmsburg – Gentrifiziererin
könnte mensch kritisch anmerken. Versucht, sich mit ihren
unterschiedlichen Positionen, Rollen, Sozialisierungen, Begehren,
Privilegien und den daraus entspringenden Spannungen und Dilemmata in
der Welt und mit dieser auseinanderzusetzen. Sie versucht auch, darin
eine Lohnarbeitsperspektive zu entwickeln, vielleicht „professionell“
fragend in einer Promotion. Vielleicht auch nicht.

John: John’s Identität wird gerade gerockt von der Unsicherheit sich im
bedingt freien Raum zwischen Masterabschluss (Friedens- und
Konfliktforschung), fester Jobssuche und Freiberuflichkeit zu bewegen.
Immer auf der Suche nach Anerkennung und Sinn, sozusagen. Das ist
schade, genießt er doch eigentlich sonst das so sinnvolle Leben im
Leben. Dann verbringt er seine Zeit am Liebsten mit seinen
verschiedenen, herzlichen Freund*innen und seiner WG. Er kocht und isst
gern, macht (zu) wenig Musik und ist gern auf dem Rad in seiner neuen
Stadt Hamburg unterwegs.

17:30 | Worte sind nicht genug (E)

Jung zu sein ist mit anderen Hürden als Erwachsensein verbunden: Man ist weniger unabhängig, die Grenzen sind unklar und es mangelt oft an Erfahrung. In diesem Schwebezustand scheint es oft einfacher, durch andere von außen definiert zu werden, etwa durch Worte und Gestik. Der Workshop zeigt auf, dass die eigene Identität nicht nur durch Worte definiert werden kann. Worte stellen lediglich einen von vielen Interaktionsmöglichkeiten dar. Von anderen getätigte Zuschreibungen vermögen oft nicht einmal 1% dessen, was eine Person wirklich ist oder glaubt zu sein zu fassen. Wir wollen aufzeigen, dass unsere Identität ausschließlich durch uns selbst definiert werden kann, dass jede/r von uns alleiniger Herr ihrer/seiner Identität ist.

Ottavia:
Ich bin 22 Jahre alt und stamme aus Italien, wo ich gelebt habe, bis ich mich entschied, nach Deutschland zu ziehen. Hier in diesem neuen Land lerne ich mich selbst und meine Umgebung, was ich liebe und was nicht, neu zu definieren. I baue täglich an meiner Identität und glaube, dass ich damit niemals aufhören werden.

Enno:
Ich bin ebenfalls 22 Jahre alt. Ich bin ursprünglich aus Berlin, lebe und studiere aber momentan in Kleve. Wie so viele erlebte ich, als ich aufwuchs, den Kampf um die Definition meiner Identität, meines Selbst, hautnah. Für mich ist Identität ein unermessliches Konzept, das die Grenzen der Sprache kontinuierlich herausfordert und verschiebt. Ich nehme an diesem Wochenende teil, um mich mit anderen auszutauschen und Neues zu lernen!

17:30 | Meditative Perspektiven auf das Selbst

Wer bist ich? Meditation und Wissenschaft im Dialog über das Selbst

In diesem Workshop werden wir anhand von kurzen meditativen und interaktiven SelbstVersuchen folgenden Fragen auf den Grund gehen: Was ist das Selbst? Wie und wo erlebt sich das Ich – im Körper, in Gefühlen, in Gedanken, im Handeln, in Beziehung? Wie prägt und strukturiert es unser Erleben und Verhalten? Entsteht und vergeht – oder überdauert es?  Wir wollen die Ergebnisse dieser Selbstversuche mit euch diskutieren, und mit Positionen aus Psychologie, Neurowissenschaften und fernöstlichen Weisheitslehren in Dialog bringen.

Max. 30 Teilnehmende!

Dr. Fynn-Mathis Trautwein hat an der TU-Dresden Psychologie studiert. In seiner Diplomarbeit sowie in der daran anschließenden Promotion am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften hat er sich mit der Wirkung von Meditation auf das Selbsterleben, sowie auf Aufmerksamkeit und Empathie befasst. Veränderungen im Selbsterleben im Zusammenhang mit Meditation werden auch in einem aktuell geplanten PostDoc Projekt im Vordergrund stehen.

Dr. Boris Bornemann hat an der Berliner Humboldt-Universität Psychologie studiert. Danach war er beteiligt an der Konzeption der ReSource-Studie, der weltweit größten Studie zu Meditation und mentalem Training. Er hat am Leipziger am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften zu der Frage promoviert, wie Meditation Körpergewahrsein und die Regulation des autonomen Nervensystems verändert. Derzeit gestaltet er Kurse für die Meditationsapp „Balloon“.

Anna-Lena Lumma hat an der Universität Osnabrück Cognitive Science studiert. Danach ist sie für ihre Promotion an das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften nach Leipzig gegangen, um sich dort im Rahmen der ReSource-Studie mit den Effekten verschiedener Meditationsarten zu beschäftigen. Derzeit beendet sie ihre Promotion und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Grundlagen der Psychologie an der Universität Witten-Herdecke. Dort forscht sie aktuell zu den Themen Introspektion und alternative Umgangsformen mit Strafen.

17:30 | Vokalimprovisation

Erkunden und Experimentieren stehen im Mittelpunkt dieses Workshops. Wir nähern uns dem Thema „Identität_en“ mittels unseres körpereigenen Instruments, der Stimme. Welche Impulse sind in mir? Wie kann ich die Impulse in Klänge verwandeln? Welche Resonanz erhalte ich? Welche Rollen kann ich in improvisierten Musikstücken einnehmen? Das sind Fragen, denen jede_r für sich und wir alle gemeinsam nachgehen können. Jede_r ist herzlich Willkommen, es bedarf keiner Vorerfahrung!

Max. 15 Teilnehmende!

Bitte bringt nach Möglichkeit bequeme Kleidung und warme Socken mit!

Ich heiße Anna Straetmans, habe ein abgeschlossenes Studium in Psychologie (B.Sc.) und singe seit einigen Jahren in verschiedenen Chören und Ensembles. An der Vokalimprovisation gefällt mir, dass sie sich auf die musikalische Intuition verlässt, die jede_r hat und dass sie jenseits der Kategorien „richtig“ und „falsch“ das gemeinsame Musizieren ermöglicht und damit Verbundenheit herstellt – zu mir selbst und zu anderen.

20:00 | Gemeinsames Abendessen

Wir denken uns was leckeres Veganes aus und kochen für euch – gegen eine kleine Spende! 🙂

Sonntag

08:00 | Einführung in Gemeinwohl-Yoga

Wie entsteht Identität und mit welchen Werkzeugen?
In diesem Workshop möchte ich erfahrbar machen, auf welche Weise wir uns selbst und unsere Außenwelt erleben. Ich möchte zeigen, wie die Bewertung dieser Erfahrungen unsere Identität prägen und unser Wohlbefinden und Handeln beeinflussen.

Mehr Infos zu Gemeinwohlyoga: http://www.gemeinwohlyoga.de/

Bitte nach Möglichkeit eine Yogamatte mitbringen – und bequeme Kleidung tragen! 🙂

Ulrich Fritsch: Seit vielen Jahren engagiere ich mich in sozialen Bewegungen, Verbänden und lokalpolitisch. Dabei wurde mir deutlich, dass tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen nur möglich sind, wenn sich auch der einzelne Mensch verändert. Sonst besteht die Gefahr, dass sich alte Muster und Herrschaftsverhältnisse in neuem Gewand wiederholen.
Deshalb habe ich meinem Studium in Germanistik und Politikwissenschaft ein systematisches Studium des Buddhismus und eine Ausbildung als Yoga- und Meditationslehrer angefügt.
Mich interessieren besonders die gesellschaftspolitisch wirksamen Aspekte des Yoga, die ich unter dem Begriff ‚GemeinwohlYoga‘ in Abgrenzung zu Wellness und einseitiger Innerlichkeit unterrichte.
Meine Arbeit zielt darauf ab, Ressourcen im Menschen zu stärken, die zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen können. Ich unterstütze Menschen dabei, ihr Leben kraftvoll, emotional ausgeglichen mit ruhigem klaren Verstand von Herzen gestalten zu können.

09:00 | Raum für gemeinsames Frühstück

Ihr bringt was mit, wir bringen was mit, dann ist genug für alle da. 🙂

10:00 | Kolonialität und die Konstruktion lateinamerikanischer Identität (E)

Wir würden euch gerne einladen, mit uns die Mechanismen der Wissensproduktion und -validierung zu hinterfragen: Warum glauben wir, was wir glauben? Wer entscheidet was valides Wissen ist und was nicht? Wie beeinflussen diese Mechanismen wie wir unsere Identität(en) und die anderer konstruieren? Indem wir uns mit dem Prozess der Kolonialisierung in Lateinamerika und der Konstruktion einer „lateinamerikanischen Identität“ als Beispiel für den Einfluss von Machtbeziehungen auseinandersetzen, wollen wir euch herausfordern, eure eigenen Denkstrukturen, als auch die Wahrnehmung eurer eigenen Identität und die anderer zu hinterfragen.

Gabriela Rojas und Maria Jose Gordillo:
Wir sind beide Bolivianer*innen und studieren “Gender and Diversity” im Bachelor an der Rhine-Waal University of Applied Sciences in Kleve. Menschenrechte und soziale Kämpfe für die Gleichbehandlung aller Menschen sind unsere Leidenschaft. Ganz besonders aber liegt es uns am Herzen, Neues zu lernen und uns neuen Erfahrungen und anderen Perspektiven auf die Welt zu öffnen.

10:00 | Identität_en queer gelesen

In unserem Workshop werden wir uns eingehend und teilweise sehr persöhnlich mit den Themen geschlechtliche Identitäten und sexuelle Orientierungen beschäftigen. Dazu werden wir zum Teil mit Hilfe von Methoden für diese Themen sensibilisieren und Anstoße dazu geben, sich sowohl im inneren Prozess als auch in der Diskussion mit uns und den anderen Workshopteilehmer_innen auseinanderzusetzen. Wir von SCHLAU werden auch von unseren eigenen Biographien und individuellen Erfahrungen berichten und freuen uns über neugierige Fragen!

Max. 20 Teilnehmende!

Wer wir sind: SCHLAU Marburg_Gießen ist ein Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen und wir bieten überwiegend Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene an. Unser Team setzt sich hauptsächlich aus Ehrenamtlichen zusammen, die selbst schwul, lesbisch, bi, pan, trans oder queer sind oder enge Berührungspunkte mit diesen Themen haben. Träger des Projekts sind die pro familia Beratungsstellen in Marburg und Gießen und das Jugendbildungswerk in Gießen.

10:00 | Übertreib nicht Deine Rolle

Identität ist schon lange ein Hauptfokus politischer Bildungsarbeit. Die Teilnehmenden sollen darüber für Betroffenheit sensibel gemacht werden, um eine kritische Auseinandersetzung mit sich und der Gesellschaft zu befördern. Doch was ist das für eine Gesellschaft? Kann der Begriff Identität das Verhältnis von Gesellschaft und Individuum begreifen? Hat er den Begriff des Subjekts ersetzt und ist das begrüßenswert?

Wir wollen gemeinsam den Möglichkeiten und Unzulänglichkeiten identitätszentrierter Bildungsarbeit nachgehen. Dafür werden gemeinsam Methoden aus der Anti-Diskriminierungsarbeit ausprobiert und mit Überlegungen/Methoden der Subjektkritik konfrontiert.  Abschließend wird diskutiert, ob Bildungsarbeit nicht nur auf Toleranz und Respekt, sondern auch auf Emanzipation hinwirken kann.

Max. 25 Teilnehmende!

Kim Posster identifiziert sich mit großem Unbehagen als deutsches Bildungsbürgersöhnchen und mit kleinerem Unbehagen als linksradikaler Pro-Feminist. Er studiert unbefriedigt Sexualwissenschaft, macht Bildungsarbeit für das Netzwerk für Demokratie und Courage und fühlt sich einer Philosophie des Nichtidentischen nahe. Seine Lieblingsfarbe ist Bordeaux-Rot. Kim Posster ist nicht sein bürgerlicher Name, sondern eine politisch-publizistische Nebenidentität.

12:30 | Ausklang und Reflexion