programm 2015

Sowohl am Samstag als auch am Sonntag wird es jeweils zwei parallel stattfindende Veranstaltungen in der Alten Mensa (Reitgasse 11) und dem Zentrum für Konfliktforschung (Ketzerbach 11) geben.

Das komplette Programm der konferenz von unten findet ihr hier, weiter unten eine kurze Beschreibung der Veranstaltungen:


Freitag, 23.10.2015

  • 20.00 – 22.00: Auftaktveranstaltung im Kino Capitol mit dem Dokumentarfilm „No hubo tiempo para la tristeza“ zum aktuellen Friedensprozess in Kolumbien, anschließende Diskussion geleitet von Andrea Molano

Samstag, 24.10.2015

  • ab 9.00: Ankommen, Kaffee & Tee (Alte Mensa)
  • 9.30 – 10.00: Begrüßung (Alte Mensa)
  • 10.00 – 13.00: Epistemische Gewalt in Migrationsdiskursen und Wissenschaftsinstitutionen: Workshop mit Laura Appeltshauser & Mira Hellmich (Alte Mensa)
  • 10.00 – 13.00: Macht & Dialog: Rollenspiel + Reflexion mit Verena Frey (ZfK)
  • 13.00 – 14.00: Mittagspause
  • 14.00 – 16.00: Machtbeziehungen in der Konfliktbearbeitung – welche Rolle haben
    intervenierende „Dritte“? Workshop mit Daniela Pastoors (Alte Mensa)
  • 14.00 – 16.00: Kurzworkshop zum Einstieg in das Thema Ableism: Workshop mit Pia Thattamannil & Alex Thattamannil-Klug (ZfK)
  • 16.00 – 16.30: Pause
  • 16.30 – 18.15: Gefängniskritik: Kurzvortrag + Diskussion mit Knas[] – Initiative für den Rückbau von Gefängnissen (Alte Mensa)
  • 16.30 – 18.15: Opfer, Täterinnen, Aktivistinnen? Konstruktion von Frauen im Friedensprozess: Workshop mit Elisabeth Walser (ZfK)
  • ab 18.30: gemeinsames Abendessen (Alte Mensa)

Sonntag, 25.10.2015

  • ab 9.00: Ankommen, Kaffee & Tee (Alte Mensa)
  • 10.00 – 11.30: Konflikt um Ressourcen in Kolumbien: eine Auseinandersetzung ohne Ende, von Anfang an? Kurzvortrag + Diskussion mit Julieth Marcela Martinez Alava & Alejandro Pacheco Zapata (Alte Mensa)
  • 10.00 – 13.00: Feminismus global betrachtet: Eine Sucess-Story aus Uganda – Geschlechterverhältnisse in Uganda- Feministische Perspektiven aus einem Krisengebiet: Workshop mit Tania Napravnik & Ishraga
    Mustafa (ZfK)
  • 11.30 – 13.00: „Identität und Politik“ im Nahen Osten: Kurzvortrag + Diskussion mit Mohammed Al Hayek (Alte Mensa)
  • 13.00 – 14.00: Mittagspause
  • 14.00 – 16.00: Konfliktbearbeitung durch Theatermethoden: Workshop mit Annika Sterr & Lucia Heisterkamp (Alte Mensa)
  • 14.00 – 16.00: Flip the COIN – Aufstandsbekämp-fung und Gegenstrategien: Kurzvortrag + Diskussion mit Tom W. Mayer (ZfK)
  • 16.00 – 16.30: Pause
  • 16.30 – 18.15: Kritische Friedens- und Konfliktforschung: WorldCafé & Abschluss-Runde (Alte Mensa)

Rahmenprogramm:

  • How to … digitale Verschlüsselung: Workshop mit Tim Bader
  • Yoga am Morgen: Workshop mit Guillaume de Perlinghi

Programm KVU 2015 als PDF


Kurzbeschreibung der Veranstaltungen:

„No hubo tiempo para la tristeza“ (Dokumentarfilm + Diskussion)

Die Doku fasst zusammen, was in dem Bericht “Basta Ya” vom Centro de Memoria Histórica in Kolumbien erarbeitet wurde. Im Dokumentarfilm werden unterschiedliche Erzählungen über die Erlebnisse derjenigen, die durch den kolumbianischen bewaffneten Konflikt betroffen sind, dargestellt. Wichtigen Fragen sind: Welche Rolle hat die kollektive Erinnerung in der Enthüllung des Konflikts gespielt? Welche sind die Eigenschaften der Betroffenen-Initiativen bezüglich der Konfliktbewältigung? Wie könnte die Rolle der kolumbianischen Regierung und deren Institutionen zum Thema Konflikteskalation und Friedenspolitik ausgewertet werden?


Epistemische Gewalt in Migrationsdiskursen und Wissenschaftsinstitutionen (Workshop)

Die gewaltvolle Einteilung von Menschen in unterschiedliche Kategorien war und ist ein fundamentales Element kolonialerer Herrschaftspraxis. Auffälligerweisewird diese Form von Gewalt dennoch kaum in der FuK als solche benannt und thematisiert. Daher möchten wir mit den Teilnehmer*innen die Kontinuität epistemischer Gewalt betrachten, ein Konzept, welches aus den postcolonial studies stammt. Wir werden anhand der Beispiele Migrationsdiskurs und Wissenschaftsinstitution gemeinsam erarbeiten, inwieweit Wissen und Kategorisierungengewaltvoll sein können.


Macht & Dialog (Rollenspiel + Reflexion)

Praktiker*innen haben mit dem Demokratischen Dialog eine Methode vorgeschlagen, wie soziale Transformationsprozesse gefördert werden können. Im Kern müssen Prinzipien wie Inklusivität und Langzeitperspektive beachtet werden. Ist Dialog also bloß eine Frage der richtigen Technik? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Machtstrukturen? Ist ein demokratischer Dialog über die Ordnungsprinzipien von Gesellschaft überhaupt denkbar? In einem Rollenspiel zum Beispiel Bolivien werden wir uns mit diesen Fragen auseinandersetzen und erörtern, wie ein demokratischer Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen von Gesellschaft möglich wird.


Machtbeziehungen in der Konfliktbearbeitung – welche Rolle haben intervenierende „Dritte“? (Workshop)

Menschen, die als Außenstehende in einen Konflikt intervenieren, tun dies auf vielfältige Weise. Aber was bedeutet es konkret, in der Friedensarbeit tätig zu sein? Geht es mehr darum, als Expert*in aus dem „friedlichen Westen“ Ratschläge oder Trainings zu geben oder darum als nichtwissende Außenstehende Fragen zu stellen? Haltung und Verhalten, Ansätze und Einsätze sowie Macht und Beziehungsstrukturen können gemeinsam diskutiert werden, um letztlich der Frage nachzugehen, wie Friedensprozesse begleitet und unterstützt werden können ohne Machtstrukturen zu reproduzieren.


Kurzworkshop zum Einstieg in das Thema Ableism

Dieser Kurzworkshop soll einen Einstieg in das Thema Behindertenfeindlichkeit darstellen und wird von zwei nichtbehinderten Personen angeboten. Ziel ist es, etwas darüber zu erfahren, wie sich behindertenfeindliches Fühlen, Denken und Handeln im Alltag zeigen kann. Die Arbeitsmaterialien liegen in unterschiedlichen Schriftgrößen sowie in digitaler Form vor. Die Räume sind weitgehend barrierefrei zugänglich. Bedürfnisse nach Barrierefreiheit gerne vorher anmelden unter thattamannil-klug(at)uni-marburg.de


Gefängniskritik (Kurzvortrag + Diskussion)

Das Gefängnis ist als gesellschaftliche Institution aus dem sozialen und strafrechtlichen Feld nicht wegzudenken. So selbstverständlich für uns das Gefängnis als sozial-räumliches Instrument der Verbrechensbekämpfung ist, so erstaunlich wenig wissen wir über diese »totale Institution«. Funktion und Auftrag des Gefängnisses scheinen so evident zu sein, dass man kaum noch danach fragt, ob das Gefängnis überhaupt leistet, was es verspricht. Gegenstand des Workshops sind genaue Fragen wie diese: Ist das Gefängnis ein effizientes Mittel gegen Kriminalität und Verbrechen? Wer sitzt eigentlich wofür im »Knast«? Gibt es Alternativen zur staatlichen Strafjustiz und einen anderen gesellschaftlichen Umgang mit Kriminalität und Devianz? Der Workshop widmet sich der Gegenwart des Gefängnisses und möchte Kontexte der Gefängniskritik zur Diskussion stellen.


Opfer, Täterinnen, Aktivistinnen? Konstruktion von Frauen im Friedensprozess (Workshop)

Um einen nachhaltigen, gerechten Frieden gewährleisten zu können, ist es grundlegend, allen Mitgliedern einer Gesellschaft die Möglichkeit zu bieten, gleichberechtigt den Friedensprozess mitgestalten zu können. Dennoch steht die Praxis der Verwirklichung dieser Forderung zumeist eher entgegen. NGO’s haben in den letzten Jahrzenten einen wichtigen Beitrag dazu geleistet genderspezifische Arbeit in Konflikt- und Kriegsregionen zu leisten. Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Betroffenheit von Frauen sowie deren jeweils unterschiedlichen Funktionen, Positionen, Erfahrungen und Bedürfnisse scheinen in der Konfliktbearbeitung ein wenig mehr Beachtung gefunden zu haben. Gleichzeitig geht dieser Prozess mit der Konstruktion bestimmter Kategorien einher. Aus einer feministischen Perspektive schauen wir uns am Beispiel österreichischer NGO’s an, wie diese in ihrer Arbeit in Friedensprozessen „Frauen“ konstruieren. Welche Vorstellungen von „Frau“ prägen die Herangehensweisen dieser NGO’s? Mit welchen Ein- und Ausschlussmechanismen gehen die verwendeten Kategorien einher?


Konflikt um Ressourcen in Kolumbien: eine Auseinandersetzung ohne Ende, von Anfang an? (Kurzvortrag + Diskussion)

Mit diesem Workshop würden wir gerne den kolumbianischen Konflikt mit wenigen Wörtern schildern und den Kampf um Rohstoffe als einen der Gründe des in Lateinamerika langjährigsten Konfliktes analysieren.

Wichtige Fragen des Workshops wären zB. ob der Konflikt wirklich 50 Jahre alt ist, oder ob er ein Mikrokonflikt um Rohstoffe ist oder ob er als  Konflikt um Ressourcen seit der Eroberung Amerikas entstanden ist. Dazu würden wir auch gern darüber diskutieren, ob ein Friedensabkommen mit der Guerrilla das Ende des Konflikts bedeuten würde und was wir von hier aus machen könnten, um einen Beitrag für den Frieden in Kolumbien zu leisten.


Feminismus global betrachtet: Eine Sucess-Story aus Uganda – Geschlechterverhältnisse in Uganda- Feministische Perspektiven aus einem Krisengebiet (Workshop)

Die UN-Resolution 1325 zum Thema „Frauen, Frieden und Sicherheit“ ist ein Meilenstein in der trans-nationalen Frauenbewegung. Angesichts ihres 15-jährigen Jubiläums wird die praktische Umsetzung der UN-Resolution im krisengeschüttelten Uganda diskutiert. Dabei werden die ugandischen Perspektiven der Frauenaktivistin Sara Jesca Agwang (Leiterin des „Uganda Women‘s Network“) dargestellt, die im Zuge einer Radiosendung der „Women on Air“ interviewt wurde.


„Identität und Politik“ im Nahen Osten (Kurzvortrag + Diskussion)

Wie und inwiefern beeinflussen Identitäten die Wahl eines politischen Lagers? Wie setzen sich Loyalitäten zu bestimmten, identitätsstiftenden Zugehörigkeitsgefühlen zusammen? Wie können sie zum Gegenstand politischer Konflikte werden? In diesem Vortrag geht es darum, die Schnittstellen zwischen Identität und Politik zu beleuchten. Hierbei werden die Ausprägungen im Nahen Osten untersucht, welcher als Austragungsort machtpolitischer Interessenskonflikte eine besondere Rolle einnimmt.


Konfliktbearbeitung durch Theatermethoden (Workshop)

Zwischenmenschliche Konflikte sind oft von komplexen Strukturen durchzogen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt klar erkennbar sind. Unterschiedliche Techniken des Theaters der Unterdrückten sollen in diesem Workshop einen spielerischen und körperlichen Zugang zum Thema „Konflikt“ ermöglichen und für die Analyse diverser Einflussfaktoren in Konfliktsituationen – wie z.B. Machtstrukturen oder individuelle Bedürfnisse – genutzt werden. Ziel ist es, zu kreativen Herangehensweisen an Konflikte zu ermutigen. 


Flip the COIN – Aufstandsbekämpfung und Gegenstrategien (Kurzvortrag + Diskussion)

Aufstandsbekämpfung (counterinsurgency – COIN)  ist eine ursprünglich vom Militär entwickelte Strategie, die verschiedene Ansätze zur Bevölkerungskontrolle vereint. Im Workshop wird die Entwicklung der Aufstandsbekämpfungsstrategie kurz erläutert, um anschließend gemeinsam durch „die Brille der Aufstandsbekämpfung“ aktuelle Herrschafts- und Machtstrategien zu identifizieren und emanzipatorische Perspektiven und Gegenstrategien zu diskutieren.


Kritische Friedens- und Konfliktforschung (WorldCafé)

[folgt]


Eine Anmeldung bzw. Einteilung zu den verschiedenen Workshops muss nicht im Vorfeld über Mail erfolgen, sondern wird am Samstag und Sonntag vor Ort stattfinden.